Florian Stein

6. März 2009

Genug abgewrackt

Das Unwort des Jahres 2009 steht bereits fest:
Abwrackprämie
(Abwrackprämie = lat. autoschrottus)
Und ich habe schon jetzt den Kanal voll. Scheinbar jede PR-Agentur dichtet jetzt ihre eigene Abwrack-Meldung: SIM-Karte abwracken, Handy abwracken, Software abwracken… Ich habe genug, bevor es so richtig begonnen hat.

Es gibt pfiffige Wortspiele und raffinierte Möglichkeiten mit Worten zu jonglieren. So zum Beispiel ein iPhone-Artikel meines Kollegen Markus Eckstein. Der kokettierte virtuos mit dem Kontext: „Wenn Apple ein Ei legt, gackert die ganze Welt. Der Rummel war derart hysterisch, dass am Ende nicht mehr klar war, ob das iPhone nun wirklich so toll im Sinne großartig oder ob nicht eher die Welt toll im Sinne von bekloppt ist“. (connect  03/2007).

Als Kate Moos vor einiger Zeit beim Koksen mit einem Handy gefilmt wurde, ließ Markus sich bei einem Kamerahandy-Test zu folgendem Artikel-Einstieg hinreißen: „Wie soll man auf einer Party in Ruhe koksen, wenn jeder ein Kamera-Handy in der Tasche hat?“ (connect 07 2006).

So machen – zumindest mir – Anspielung auf aktuelle Zeitgeschichte Spaß. Aber auf Abwracken reimt sich Abhacken, Absacken, Abfucken. Das sagt doch alles. Also liebe Agenturen und Kreativ-Geister: Lasst es bitte sein. Hört auf, beim textlichen Abwracken abzukacken.

3 Reaktionen zu “Genug abgewrackt”

  1. Sascha aka. Reality2000

    Ich mag diese deutlichen Worte! *daumenhoch*

  2. Macianer

    Wieso ? Auch zum in Ruhe koksen kann ein - kratzfestes - Touchdisplay doch von Nutzen sein.

    Der letzte Absatz ist für meinen Geschmack etwas gar zu deftig formuliert. Insbesondere 2 Worte, ein Substantiv und ein Verb, schiessen m.E. etwas über das Ziel hinaus…

  3. Unterschriftenliste

    Ich möchte meine Unterschrift auf die Liste zu diesem Artikel setzen!!!

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